Donhauser, Sinah

Ein Moment mit…
Sinah Donhauser

„Ich bin Sinah Donhauser, ich bin Lokaljournalistin und darf alle zwei Wochen die Menschen in den Kreisen Paderborn und Höxter bei Radio Hochstift wecken. Dafür habe ich, auch wenn ich das selbst immer noch nicht glauben kann, sogar mal den Deutschen Radiopreis bekommen.“

(1) An meiner jetzigen beruflichen Tätigkeit begeistert mich…
…, dass ich Menschen kennenlerne, denen ich als Privatmensch nicht begegnen würde. Dass ich tief in Themen eintauche, mit denen ich mich sonst vielleicht nicht unbedingt beschäftigen würde. Dass ich immer wieder Neues lerne. Dieser Job ist so dynamisch, so nah dran an den Sorgen, aber auch Freuden der Menschen, dass er einfach nur begeistern kann.

(2) Eine Sternstunde meines bisherigen Werdegangs war für mich…
…ganz klar der Deutsche Radiopreis. Es ist eine Ehre, so eine Anerkennung für die eigene Arbeit zu bekommen und wenn ich darüber nachdenke, rührt es mich noch immer zu Tränen. Aber: Dieser Job besteht aus vielen Sternstunden. Besonders in Situationen, in denen wir als Lokalradio merken, wie wichtig wir immer noch für die Menschen sind. So z. B. während der Corona-Pandemie und des Tornados in Paderborn.

(3) Wenn ich auf meinen bisherigen Weg zurückblicke hat mich besonders geprägt…
...die Kolleg*innen, von denen ich lernen durfte. Das praktische Arbeiten in dieser Branche ist ganz klar das absolut Wichtigste. Aber auch meine vorherige Ausbildung ist ein Grundstein: Meine Ausbildung zur Industriekauffrau lehrte mich, wie ich mich im Berufsgefüge verhalte. Mein Studium vermittelte mir unter anderem auch einen moralischen Kompass für meine Arbeit.

(4) Wenn junge Frauen eine ähnliche Laufbahn einschlagen möchten wie ich, würde ich ihnen raten…
…so viel es geht an Nachrichten aufsaugen, offen sein für das Weltgeschehen, Interessen schärfen, etablierte Medien auch konsumieren und nicht nur dort arbeiten wollen. Dieser Job macht nur Spaß und funktioniert, wenn man ihn mit Leidenschaft macht. Deshalb: Mit wachen Augen durchs Leben gehen. Überall stecken Geschichten – man muss nur lernen, sie zu sehen. Und natürlich: Dranbleiben und Praxiserfahrungen sammeln.

(5) Im heutigen Universitäts- und Berufsalltag sind weibliche Vorbilder aus meiner Sicht wichtig, weil…
…es zeigt, dass es nicht nur eine einzige Frau an die Spitze schaffen kann. Alle können es! Konkurrenzkampf ist weder nötig noch erforderlich. Vorbilder – und zwar je mehr, desto besser – zeigen jungen Frauen, dass es wichtig ist, sich zu vernetzen und sich gegenseitig zu unterstützen.

(6) Angesichts meiner Erfahrung als Berufstätige mit Care-Aufgaben habe ich folgende Unterstützungsmöglichkeiten als besonders sinnvolle Entlastung empfunden…
Auch hier wieder besonders wichtig: Das Vernetzen von Frauen (in gleichen Lebenslagen). Mir persönlich hat der ehrliche und ungeschönte Austausch am meisten gegeben und es hat mich auch in Drucksituationen entlastet, nicht alles gleichzeitig stemmen zu müssen.

(7) Geschlechtergerechtigkeit ist für mich erreicht, wenn…
…Mütter nicht mehr Sätze hören wie: „Ach, das ist ja schön, dass du arbeiten gehen kannst und der Papa so viel mithilft!“ Der Papa hilft nicht mit. Er ist Papa. Er hat die gleichen Aufgaben wie die Mama.

(8) Mit meiner Zeit an der Universität Paderborn verbinde ich…
…in erster Linie Inspiration. Ich habe mich mit spannenden Fragen beschäftigt, mir wurden neue Perspektiven eröffnet und vor allem habe ich Dinge gelernt, auf die ich auch jetzt immer noch nahezu täglich zurückgreife. Mal sind es ganz praktische Dinge, oft aber auch Softskills, die ich im Studium gelernt habe. Dazu kommt natürlich auch dieses besondere Lebensgefühl während des Studiums an einer Campus-Uni. Das hat mich sehr geprägt.

(9) Für die nächsten 50 Jahre wünsche ich der Universität Paderborn…
…, dass sie weiter wächst, weiter ein Vorbild darin ist, Frauen in der Forschung und der Wirtschaft zu empowern und ihren Stellenwert in der deutschen Uni-Landschaft zeigt.

(Porträtfoto): Julian Jakobsmeyer

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