Sigrid Blömeke

Ein Moment mit…
Prof. Dr. Sigrid Blömeke

„Mein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Messung komplexer kognitiver Kompetenzen. Das Interesse daran wurde in meiner Zeit an der Universität Paderborn geweckt und führte mich anschließend über Professuren in Hamburg, Berlin und Michigan/USA, nach Oslo/Norwegen, wo ich seit 2014 tätig bin.“

(1) An meiner jetzigen beruflichen Tätigkeit begeistert mich…
…die Kombination von Forschung auf hohem Niveau und Leitung eines internationalen und interdisziplinären Teams, das fachlich, kulturell, alters- und geschlechtsspezifisch kaum heterogener sein könnte. Jeder Tag bringt neue Ideen und Überraschungen mit sich.

(2) Mein aktueller Beruf passt perfekt zu mir, weil...
…er Wissenschaftsmanagement und Forschung miteinander verbindet. Diese Kombination habe ich als Geschäftsführerin des Zentrums für Bildungsforschung und Lehrerbildung (PLAZ) kennen- und schätzen gelernt. Mein Team in Oslo besteht aus Forscher*innen aus 20 Ländern mit Expertise auf ganz unterschiedlichen Gebieten wie Statistik und Psychometrie, Bildungsforschung und Soziologie, Psychologie und Genetik.

(3) Eine Sternstunde meines bisherigen Werdegangs war für mich…
…im Alter von 36 Jahren als Professorin an die Humboldt-Universität zu Berlin berufen zu werden. An das Gefühl von Unwirklichkeit erinnere ich mich bis heute. Mit einem Lehrstuhl an der Hauptstadtuniversität mit ihren enormen internationalen Netzwerken öffneten sich plötzlich ungeahnte Möglichkeiten.

(4) Wenn ich auf meinen bisherigen Weg zurückblicke hat mich besonders geprägt…
...die Zeit an der Universität Paderborn: Von 1985 bis 2001 war sie meine akademische, soziale und politische Heimat. Zuerst ein Lehramtsstudium, parallel dazu hochschulpolitisches Engagement, dann eine Tätigkeit im Universitätsarchiv mit dem Verfassen einer Broschüre und der Gestaltung einer Ausstellung zum 20. Jahrestag der Uni Paderborn als zentrale Aufgaben und schließlich die langjährige Geschäftsführung des neuen Paderborner Lehrerausbildungszentrums (PLAZ), das als interdisziplinäre Einheit aufgebaut wurde.

(5) Wenn junge Frauen eine ähnliche Laufbahn einschlagen möchten wie ich, würde ich ihnen raten…
…Chancen zu ergreifen, die sich bieten – und aktiv dafür zu arbeiten, dass sich Chancen bieten. Seiner eigenen Passion folgen und nicht aus falscher Bescheidenheit das eigene Licht unter den Scheffel stellen.

(6) Im heutigen Universitäts- und Berufsalltag sind weibliche Vorbilder aus meiner Sicht wichtig, weil…
…Studentinnen und Doktorandinnen noch immer hinreichend Rollenmodelle in Leitungsfunktionen fehlen. Während die Mehrzahl der Studierenden weiblich ist und bei der Promotion immerhin Geschlechterparität besteht, nimmt der Anteil von Frauen mit jedem weiteren Karriereschritt weiter ab. Ein Blick auf die noch immer schiefe Rekrutierung in Toppositionen zeigt, dass hier auch mittelfristig keine substanzielle Änderung zu erwarten ist.

(7) Ich habe mich für ein Studium und eine Promotion an der Universität Paderborn entschieden, weil...
…sie aus meiner Sicht – aufgewachsen in einem kleinen Dorf im Sauerland – die große weite Welt bedeutete. Ohne die Uni Paderborn mit ihrer überschaubaren Größe in räumlicher Nähe hätte ich wohl nicht studiert, sondern (wie die meisten meiner Mitschülerinnen) eine Lehre gemacht.

(8) Mit meiner Zeit an der Universität Paderborn verbinde ich…
…soziale, politische und intellektuelle Lernerfahrungen. Die Universität war der zentrale Türöffner auf dem Weg aus einem überschaubaren Dorf im Sauerland hinaus in die Welt.

(9) Für die nächsten 50 Jahre wünsche ich der Universität Paderborn…
…viel Erfolg bei der Ausbildung von Studierenden aus der Region, die ohne sie vielleicht niemals eine akademische Karriere einschlagen würden. Die Uni leistet damit einen wichtigen Beitrag zu mehr Chancengerechtigkeit in unserer Gesellschaft.

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