Gefele, Katharina

Ein Moment mit…
Dr. Katharina Gefele

„Ich habe an der Fakultät für Kulturwissenschaften der Universität Paderborn studiert und war anschließend Stipendiatin sowie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Internationalisierung. 2018 wurde ich zum Thema „Autorschaft und Schuld in der Nachkriegsprosa von Hans Erich Nossack“ promoviert. Derzeit arbeite ich als stellvertretende Projektleiterin bei der Hochschulrektorenkonferenz.“

(1) An meiner jetzigen beruflichen Tätigkeit begeistert mich…
…, dass ich an der Weiterentwicklung der Internationalisierung des deutschen Hochschulsystems mitwirken kann, Einblicke in verschiedene Hochschulen erhalte und mit vielen interessanten Persönlichkeiten zusammenarbeiten darf.

(2) Eine Sternstunde meines bisherigen Werdegangs war für mich…
…der Abschluss meiner Promotion. Als Migrantin hat es mich besonders stolz gemacht, diesen höchsten Bildungsabschluss zu erlangen, von dem ich früher nie zu hoffen gewagt hätte. Nach jahrelanger Arbeit am Thema, verschiedenen Finanzierungsformen und der beruflichen Suche – die durchaus oft Zweifel und Unsicherheit mit sich brachte – war es ein wunderbarer Moment, die Dissertation erfolgreich abzuschließen, selbstbewusst zu verteidigen und mit vielen Wegbegleiter*innen zu zelebrieren.

(3) Ein Moment, in dem ich an meiner Entscheidung für ein Studium bzw. für meinen Berufsweg gezweifelt habe, war…
…als ich im Rahmen des Mentoring-Programms eine erfolgreiche Professorin näher kennengelernt habe und die hohen fachlichen Ansprüche an sich selbst und ihren Lehrstuhl gesehen habe. Ich war verunsichert, ob ich dem genügen könnte. Diese Erfahrung hat mir zugleich geholfen, meine eigenen Ziele und Wünsche zu reflektieren und meinen individuellen Weg zu finden.

(4) Wenn ich auf meinen bisherigen Weg zurückblicke hat mich besonders geprägt…
…in zahlreichen (ehrenamtlichen) Projekten mit engagierten Personen zusammenzuarbeiten. Insbesondere die Arbeit als Studentin in Theater- und Film-Projekten oder im Gender- und Frauenprojektbereich MIA des AStA sowie als Doktorandin im Graduiertenforum der Fakultät für Kulturwissenschaften, aber auch der Austausch im Mentoring-Programm oder im Rahmen der Hochschuldidaktik waren für meine persönliche und berufliche Entwicklung bedeutsam. Neben dem Erwerb zahlreicher Erfahrungen und Schlüsselkompetenzen formte sich durch die Projektarbeit der Wunsch, auch beruflich im Team an gemeinsamen Zielen zu arbeiten.

(5) Wenn junge Frauen eine ähnliche Laufbahn einschlagen möchten wie ich, würde ich ihnen raten…
…neben dem Fokus auf Fachstudium bzw. Forschung und Lehre möglichst auch praktische Erfahrungen in internationalen oder interkulturellen Projekten und Arbeitsbereichen zu sammeln, Auslandserfahrung zu machen und an der Hochschule bereits Einblicke in die Bereich Hochschulpolitik, Wissenschaftsmanagement und Verwaltung zu gewinnen.

(6) Angesichts meiner Erfahrung als Berufstätige mit Care-Aufgaben habe ich folgende Unterstützungsmöglichkeiten als besonders sinnvolle Entlastung empfunden…
...bei der Kinderbetreuung ist die gleichberechtigte Aufteilung der Care-Aufgaben mit meinem Partner die wichtigste Unterstützung. Die Elternzeit haben wir paritätisch geteilt, sodass ich nach der Geburt relativ schnell wieder in den Beruf einsteigen (und dadurch auch aufsteigen) konnte. Auch das Verständnis und die Unterstützung des Teams waren und sind wichtig.

(7) Von den Gleichstellungsmaßnahmen an der Universität Paderborn habe ich persönlich profitieren können, als ich...
…aus der Frauenförderlinie die Anschubfinanzierung zur Promotion erhalten habe. Dies verschaffte mir in einer Phase der beruflichen Unsicherheit die nötige Zeit und das Selbstbewusstsein, mein Thema auszuarbeiten und mich um eine solide Finanzierung zu kümmern. Zudem konnte ich erste Lehrerfahrungen sammeln, mich hochschuldidaktisch schulen lassen und war erstmals als wissenschaftliche Mitarbeiterin an meinem Fachinstitut beschäftigt, was mir wichtige Einblicke und Vernetzung ermöglichte.

(8) Mit meiner Zeit an der Universität Paderborn verbinde ich…
…ein lehrreiches, interessengeleitetes Studium in der Germanistik, Philosophie und Medienwissenschaft mit vielen spannenden und horizonterweiternden Gesprächen, Projekten und auch nachhaltigen Freundschaften sowie die berufliche und persönliche Weiterentwicklung während der Promotionsphase: viele Tage (und Nächte) der Forschung mit allen Höhen und Tiefen, lebendiger Austausch mit anderen Doktorand*innen, eigene praxisnahe Lehrveranstaltungen, spannende Auslandserfahrungen – insgesamt die Chance und Förderung, mich individuell entwickeln zu können.

(9) Für die nächsten 50 Jahre wünsche ich der Universität Paderborn…
…eine kooperative Kultur des Austauschs und der interdisziplinären und internationalen Zusammenarbeit sowie eine gute Weiterentwicklung der Internationalisierung, der Promotionsförderung, der Hochschuldidaktik und der Lehrer*innenbildung. Und natürlich weiterhin starke und inspirierende Frauen – als Studentinnen, Forscherinnen, Lehrende und als Führungspersönlichkeiten.

(Porträtfoto): Alexandra Feisthauer

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