Weber, Lena

Ein Moment mit…
Dr. Lena Weber

„Die Neugierde mehr über andere Menschen, ihre Lebenskontexte und Weltansichten zu erfahren, hat mich stets angetrieben! Die Geschlechterforschung war und ist für mich der inspirierendste Ort der wissenschaftlichen Auseinandersetzung.“

(1) An meiner jetzigen beruflichen Tätigkeit begeistert mich…
…die vielfältigen Tätigkeiten aus Zusammenarbeit im Team, Beratung, Wissenstransfer, Vernetzung und Forschung; unterwegs zu sein und im Home-Office arbeiten zu können.

(2) Themen, für die ich seit vielen Jahren brenne, sind...
…Gleichstellung der Geschlechter, geschlechtliche Arbeitsteilung, gesellschaftliche Umbrüche (Ökonomisierung, Digitalisierung der Arbeit).

(3) Eine Sternstunde meines bisherigen Werdegangs war für mich…
Sternstunden sind für mich immer internationale Konferenzen gewesen, wie z. B. der ISA Kongress in Yokohama in Japan, die WORK-Konferenzen in Turku in Finnland oder Gender, Work & Organisation Conference in Keele in Großbritannien. Ebenso neue Positionen erreicht zu haben: Die Vertretungsprofessur für Bildungssoziologie, das Wissenschaftskolleg Data Society oder jetzt ganz frisch die Teamleitung des Kompetenzzentrums Frauen in Wissenschaft und Forschung (CEWS) beim GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften in Mannheim.

(4) Wenn ich auf meinen bisherigen Weg zurückblicke hat mich besonders geprägt…
Jede Station und die dortigen Kommiliton*innen sowie Arbeitskolleg*innen haben ihre Spuren hinterlassen. Am meisten geprägt hat mich aber sicherlich – besonders hinsichtlich der von mir weiterverfolgten Inhalte, Theorien und Schwerpunkte – mein Studium an der Universität Bielefeld und meine Promotionsphase an der Universität Paderborn mit den jeweiligen Mentorinnen Prof. Dr. Ursula Müller und Prof. Dr. Birgit Riegraf. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle!

(5) Im heutigen Universitäts- und Berufsalltag sind weibliche Vorbilder aus meiner Sicht wichtig, weil…
…es Vorbilder und Erfahrungswerte braucht sowie Austausch darüber, wie so ein wissenschaftlicher Alltag aussehen kann. Und weil sich Wissenschaft verändern muss, um offener und ein Ort für alle (!) klugen Köpfe zu werden.

(6) Wenn junge Frauen eine ähnliche Laufbahn einschlagen möchten wie ich, würde ich ihnen raten…
Eine wissenschaftliche Laufbahn ist leider wenig planbar und mit Risiken verbunden, wie z.B. nicht weiterfinanziert zu werden oder woanders zu wohnen als man arbeitet. Es braucht daher viel Offenheit, Frustrationstoleranz und im Innern einen guten Kompass, der einem zeigt, weshalb man sich für diesen Weg entschieden hat. Es braucht auch Zuversicht, dass sich das Engagement und die erlangten Expertisen früher oder später auszahlen werden.

(7) Geschlechtergerechtigkeit ist für mich erreicht, wenn…
…es keine systematische Benachteiligung mehr gibt, an Gleichstellung zu denken für alle (!) selbstverständlich ist und wenn alle (!) mal darüber lachen können, dass man sich über Gleichstellungsziele und -wege gestritten hat!

(8) Mit meiner Zeit an der Universität Paderborn verbinde ich…
…Kollegialität, Zusammenarbeit auf allen Ebenen, die gute Mensa, lustige Fachsitzungen, intensive Diskussionen mit Studierenden über die Bedeutung von Wissenschaft und Bildung sowie Gleichstellungspolitik, die soziale Konstruktion von Geschlecht und die Frage was ist „Arbeit“ bzw. was ist „produktiv“?!

(9) Für die nächsten 50 Jahre wünsche ich der Universität Paderborn…
…, dass die Fakultäten noch mehr in Diskussion zusammenkommen, um den gesellschaftlich großen Herausforderungen noch besser begegnen zu können: Klimakrise, Inklusion in der Bildung, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Geschlechtergerechtigkeit.

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Andrea Burda-Zoyke (verheiratet, 1 Sohn) ist Professorin für Berufs- und Wirtschaftspädagogik an der Universität zu Kiel, hat an der Universität Paderborn Wirtschaftspädagogik studiert und wurde dort 2012 promoviert.